Falschgeld oder echtes Geld?

Falschgeldschulung der Deutschen Bundesbank
für angehende Verkäufer und Kaufleute an der Albert-Schäffle-Schule 

Trotz neu aufkommender digitaler Bezahlmöglichkeiten nutzen die Kunden im deutschen Einzelhandel nach wie vor mehrheitlich Bargeld an der Kasse. Manch eine Banknote stellt sich dabei jedoch als Falschgeld heraus. Diese falschen Banknoten erkennen und richtig damit umgehen, ist für kaum einen Beruf so wichtig, wie für angehende Verkäufer und Einzelhandelskaufleute. Schließlich müssen sie in ihrem Berufsalltag permanent mit Bargeld umgehen. 

Aus diesem Grund lud die Albert-Schäffle-Schule am 05. Mai 2017 den Experten Thomas Grauf von der Deutschen Bundesbank nach Nürtingen ein. Drei Stunden lang schulte der Gast aus Stuttgart an diesem Tag die Klasse 1KE1 zu den Themen „Sicherheitsmerkmale, Falschgeld- und Umlauffähigkeitserkennung bei Euro-Banknoten“. Dabei erklärte der Referent den kaufmännischen Auszubildenden zunächst, wie Falschgeld überhaupt in den Bargeldkreislauf gelangen kann, wenn die Sicherheitsmerkmale an der Kasse nicht beachtet werden. Anschließend beschäftigten sich die Schüler mit den Sicherheitsmerkmalen der neuen Banknoten der „Europa Serie“ und denen der ersten Banknotenserie, die immer noch gültige Zahlungsmittel sind. Wasserzeichen, Durchsichtsregister, Sicherheitsfaden, Hologramm, Glanzstreifen, Porträt-Fenster, Farbwechsel und fühlbare Strukturen mussten dazu gefunden, ertastet und auf Echtheit geprüft werden.

Da im Jahr 2016 85 Prozent der Fälschungen auf 20- und 50-Euro-Scheine entfielen, wurden die Sicherheitsmerkmale anhand dieser Banknoten erklärt.

Außerdem stellte der Experte der Bundesbank die neuen Sicherheitsmerkmale der neuen Banknoten vor, die einen noch höheren Fälschungsschutz bieten als die Sicherheitsmerkmale ihre Vorgänger.

Bei den 200-Euro-Scheinen konnten die Auszubildenden der ASS das zuvor Gelernte anwenden und erkennen, dass man bei guten Fälschungen schnell an Grenzen kommen kann.

Doch wie sollen sich die Auszubildenden an der Kasse verhalten, wenn ein falscher Geldschein erkannt wird? Bei dieser Frage legte Herr Grauf den Schülern nahe, sich niemals selbst zu gefährden, sondern einen Ansprechpartner an die Kasse zu rufen, falls möglich die Kontaktdaten des Kunden aufzunehmen und diese der hinzugezogenen Polizei übergeben. Zusätzlich sollten die Aufzeichnungen der Überwachungskamera sichergestellt werden. Doch vor allem dürfe die erkannte falsche Banknote nicht als Wechselgeld in den Bargeldkreislauf zurückkehren.

Abschließend zeigte Herr Grauf noch Hilfsmittel und Geräte zur Falschgelderkennung.

So sorgte die interessante, kompetente und praxisnahe Schulung dafür, dass etwaige Falschgeld-Betrüger bei diesen Auszubildenden der ASS in Zukunft keine Chance mehr an der Kasse haben. Zur Bestätigung ihrer Teilnahme erhielten die angehenden Verkäufer und Einzelhandelskaufleute eine Bestätigung der Abert-Schäffle-Schule, die sie bei einer künftigen Bewerbung um einen Arbeitsplatz unterstützen soll.

Jenny Klora, David Nagler